Reisezahlungsmittel

 

Nachfolgend ein paar grundsätzliche Aspekte, die bei Reisezahlungsmitteln zu beachten sind, basierend auf unseren Erfahrungen aus dreieinhalb Jahren Weltreise. Außerdem noch ein paar Tips zum Thema Reisezahlungsmitteln und Online-Banking.



 

Inhaltsübersicht

 

1. Cash

2. Traveller Checks

3. Kreditkarten/Maestro-Karten

4. Online-Banking

5. Überweisung EUR-Konto auf Nicht-EUR-Konto



 

1. Cash



Dagegen spricht: Bargeld kann gestohlen werden und Bargeld umzutauschen kostet Gebühren bzw. eine Wechselkursmarge, die höher ist als bei anderen Varianten.

Aber mit Bargeld (vor allem US-Dollar) kann man fast überall auf der Welt bezahlen. Aber auch der EUR ist in vielen Teilen der Welt akzeptiert.

Zumindest für den Notfall sollte man einen nenneswerten Betrag dabei haben, den man am besten auf Teilbeträge aufgeteilt an verschiedenen Stellen versteckt.

Außerdem sollte man immer mehrere kleiner Beträge in unterschiedlicher Stückelung leicht zugänglich parat haben - entweder in der Landeswährung oder in USD.

 

 

2. Traveller Checks

 

kurz und knapp: nicht mehr zeitgemäß und kaum noch nutzbar heutzutage.



 

3. Kreditkarten

 

Maestro-Karten (früher EC-Karten) sind nur begrenzt einsetzbar. Als Ergänzung zu Kreditkarten sind sie sinnvoll, als alleiniges Zahlungsmittel nur dann geeignet, wenn man sich sicher ist, daß sie in den Zielländern der Reise weitgehend akzeptiert werden.

 

Am besten sind Kreditkarten für weltweise Reisen geeignet – sowohl zum bargeldlosen Bezahlen, als auch zum Bargeld-Abheben. Außerdem braucht man auf einer Langzeitreise immer mal wieder eine Kreditkarte, um (online) Buchung durchzuführen. Ohne Kreditkarte zu reisen, geht heutzutage fast nicht.

 

Wichtig: man sollte sich vor der Abreise MEHRERE unterschiedliche Kreditkarten besorgen.

Während der Reise kann alles mögliche schief gehen, wodurch Karten (vorübergehend) unbrauchbar werden. Das muß nicht alleine im Verschulden des Nutzers liegen (Karte verloren etc.). Diverse Aktionen von Bankseite ( Karten läuft ab, Änderung des Geschäfts- bzw. Gebührenmodells) können dazu führen, daß die Kreditkarte plötzlich nicht mehr funktioniert bzw. nicht mehr einsetzbar ist und bis die neue Karte ggf. aus der Heimat eingetroffen ist, kann es dauern.

 

Außerdem konnte man bisher von unterwegs die Bank und damit die Kreditkarte nicht mehr wechseln, da für einen Erstantrag eine Überprüfung der Personalien gemäß Geldwäschegesetzt nötig ist. Seit neustem machen einige Banken ein Video-Ident-Verfahren bei Kontoeröffnung, um den Geldwäschegesetz-Anforderungen zu genügen. Klingt einfach, war aber sowohl mir als auch einem Freund, der in Sachen Software/Smartphone echt fit ist, nicht möglich. Darauf zu bauen, steht software-technisch u.U. auf tönernen Füßen. 

 

Die gängisten Karten sind VISA und MASTERCARD. Von beiden sollte man mindestens eine haben, da es in Einzelfällen passieren kann, daß nur die eine oder die andere Art akzeptiert wird.

AMERICAN EXPRESS, DINERS CLUB und all die anderen sind selten einsetzbar.

 

Gebührenfreie Kreditkarten

 

Das Bezahlen mit einer deutschen Maestro oder Kreditkarte innerhalb der EU ist immer gebührenfrei.

 

Beim Bezahlen im außer-europäischen Ausland und beim Bargeldabheben weltweit (inklusive EU) fallen in der Regel Gebühren an.

Viele Banken in Deutschland offerieren allerdings mittlerweile Kreditkarten, mit denen man weltweit gebührenfrei bezahlen oder abheben kann.

 

Vorsicht: nur weil gebührenfrei draufsteht, ist es nicht wirklich kostenlos.

So erhebt die ADVANZIA-MASTERCARD zum Beispiel wirklich keine Gebühren. Aber man zahlt aufgrund ihrer Abrechnungs-Prozedur immer für mehrere Wochen Sollzinsen (24,4% %) für die aufgelaufenen Ausgaben, die mehreren Prozent des Kartenumsatzes entsprechen. Formell ist die Karte also wirklich gebührenfrei, aber kostenlos ist die Benutzung damit noch lange nicht.

 

Bei anderen Banken sind die Gebühren im Umrechnungskurs versteckt. Das kann man natürlich vorab schwerlich rausfinden. Wir haben konkret schlechte Erfahrungen mit der DB-SPAR-CARD gemacht. Mehrfach haben wir um 3% höhere EUR-Beträge bei der DB-SPAR-CARD belastet bekommen als bei der Abhebung des gleichen Fremdwährungsbetrages mit der DKB-VISA-CARD (gleicher Abhebungstag). Das macht bespielsweise bei einer Abhebung im Gegenwert von 500 EUR stolze 15 EUR Unterschied. Auch hier sind es formell keine Gebühren. Aber de facto fehlt die Kohle am Ende im „Portemonaie“!

 

Mit der DB-SPAR-CARD hatten wir übrigens auch sonst auf unserer Reise mehr Ärger als mit jeder anderen Karte, die wir benutzen. Vielleicht hat der ADAC deshalb den Vertrieb dieser „Reisezahlungs“-Karte eingestellt und kooperiert jetzt mit einer anderen Bank?

 

Man sollte auch auf den täglichen/wöchentlichen/monatlichen Verfügungsrahmen und ggf. die Anzahl der Gratis-Abhebungen achten.

So kann man mit der ansonsten empfehlenswerten POSTBANK-SPARCARD maximal vier Abhebungen im Jahr gratis machen. Damit kommt man auf einer Langzeit-Reise nicht weit, wenn man nicht noch alternative Plastikkarten parat hat.

 

Konkrete Empfehlungen:

unsere Nr. 1 in Sachen gebührenfreier Bargeld-Abhebung weltweit ist die DKB-VISA-KARTE. Null Probleme + gute Wechselkurse.

Ab Herbst 2017 gelten diese Konditionen aber nur noch für Kunden, die einen monatlichen Geldeingang von mindestens 700 EUR haben.

 

Karten, mit denen man weltweit gebührenfrei bezahlen kann, sind rar. Wir benutzen dafür die ADVANZIA-MASTERCARD, mit der wir gute Erfahrungen gemacht haben seit 2010.

Im Gegensatz zu ihrer dubiosen Kostenstruktur bei Barabhebung (siehe oben) ist die Bezahlung mit dieser Karte ohne indirekte Kosten und damit wirklich gebührenfrei.

Nervig ist allerdings, daß man kein Verrrechnungskonto angeben kann, sondern jeden Monat manuell das Konto ausgleichen muß nachdem man eine Abrechnungsemail bekommen hat.

 

Vergleichsseiten

 

Ständig tauchen neue Gratis-Karten auf und andere verschwinden.

Man sollte sich daher im Internet einen aktuellen Eindruck verschaffen. Diverse Seiten bieten tabellarische Vergleiche an. Einfach „gratis Kreditkaren“ oder etwas ähnliches in google eingeben.

 

Kreditkarten-Betrug!

 

Kreditkartenbetrug ist keine Seltenheit! Ich weiß es aus berufener Quelle = von einem Fachmann. Vorsicht beim Einsatz der Kreditkarte!

Ich rate dazu, lieber mit der Kreditkarte Bargeld abzuheben und das dann zum Bezahlen einzusetzten, als ständig (kleine) Beträge direkt mit der Karte zu begleichen.

Außerdem sollte man pro Abhebung möglichst den Maximalbetrag ziehen (ggf. mehrfach hintereinander am gleichen Terminal). So reduziert man das Risiko, einen manipulierten Automaten zu erwischen.

 

 

4. Online-Banking

 

Am sichersten, aber dafür auch am aufwendigsten ist es, wenn man zu Hause jemanden hat, der alle Überweisungen etc. erledigt.

 

Realistischer ist für die meisten Reisenden Online-Banking Das würde ich persönlich jedoch grundsätzlich NIE von einem Hostal-Terminal oder gar aus einem Internet-Cafe machen. Besser ist es, wenn man seinen eigenen Laptop etc. hat, was ja heutzutage der Normalfall ist. Onlinebanking über öffentliche WIFI-Netze (McDonalds, Hostal, etc.) ist riskant. Hier ist eine VPN-Verbindung zu empfehlen. Siehe dazu: Email, Internet & Co.

 

Vorsicht: TAN-Listen nicht auf dem Laptop etc. sondern auf einen externen Datentrager (z.B. USB-Stick oder ähnliches) abspeichern. Und niemals als Text- oder Tabellen-Datei, sondern als Bild (JPG etc.) abspeichern (dadurch praktisch  nicht mehr maschinell durch Trojaner und Konsorten auslesbar).

Mobile TAN-Verfahren (z.B. bei denen die TAN jeweils im Onlinebanking angefordert und als SMS gesendet wird).

 

5. Überweisung von EUR-Konto auf Nicht-EUR-Konto (und umgekehrt)

 

Eine (internationale) Überweisung von einem EUR-Konto auf ein Konto, das in einer anderen Währung notiert, ist i.d.R. mit sehr hohen Gebühren verbunden. Mnachmal nehmen Banken automatisch die Konvertierung vor (d.h. jemand überweist Dir z.B. einen Betrag in USD und auf Deinem Konto kommt der in EUR umgerechnete Betrag an). Darauf verlassen kann man sich nicht.

 

Eine gebührenfreie sichere Variante bietet PAYPAL (man braucht dafür keinen ebay-Account und es wird heutzutage auch von vielen anderen Online-Anbietern genutzt). Wenn der Zahlungsempfänger Euch seine für Paypal genutzte eMail-Adresse gibt, könnte Ihr damit sein Paypal-Konto identifizieren und von Eurem Paypal-Account auf seinen Geld überweisen - auch wenn die beiden Konten in unterschiedlichen Währungen geführt werden. Ist ziemlich easy. Paypal zwackt sich dafür natürlich eine saftige Wechselkursmarge ab.

 

Eine Alternative dazu ist:

http://www.xe.com/

Habe ich persönlich noch nicht ausprobiert, wurde mir aber von einem anderen Motorrad-Reisenden empfohlen, der es regelmäßig nutzt.

 

 

 

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Falls Du Dich revanchieren möchtest, würden wir uns freuen!

Siehe: HELFT UNS

 

 



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