Krankenversicherung

Inhaltsübersicht:

 

- Auslands-Krankenversicherungen allg.

- Erfahrungsbericht Dr. Walter / Pro Trip

- Update Auslands-Krankenversicherungs-Vergleich

- Anschlußversicherung



Auslands-Langzeit-Krankenversicherung

 

Die gesetzliche deutsche Krankenversicherung gilt i.d.R. für maximal 45 Tage ununterbrochenem Auslandsaufenthalt.

 

Eine Auslands-Zusatz-Krankenversicherung deckt für oben genannte 45 Tage ggf. die Differenz zwischen Kosten im Ausland und dem, was es in Deutschland gekostet hätte (= was die gesetztliche Krankenversicherung maximal bezahlt) ab.

 

Für eine Reise, die (NACHWEISLICH) länger als 45 Tage dauert, braucht man eine Auslandskrankenversicherung.

 

Es gibt eine Vielzahl von deutschen Anbietern. Welche die beste ist, hängt u.a. von der geplanten Reisedauer, von der Reiseart, dem Lebensalter, der Zielregion (z.B. USA/Kanada teilw. SEHR VIEL teurer als Rest der Welt) und anderen Faktoren ab. Die Prämienunterschiede sind zudem erheblich (24 bis einige Hundert EUR pro Monat). Da heißt es, genau zu vergleichen.

 

Versicherungsdauer:

Je länger man reisen möchte, desto geringer ist die Auswahl an Versicherungen, die eine entsprechend lange Versicherungsdauer anbieten.

 

Fast alle verlangen, daß man die Versicherung für die gesamte Reisedauer abschließt.

Mehr dazu später unter der Überschrift „Anschlußversicherung“.



Viele Versicherungen verlangen, daß man vor Antritt der Reise die Reise- und damit Versicherungsdauer benennt und teilweise auch die gesamte Prämie zahlt.

Einige bieten die Möglichkeit, bei „vorzeitiger“ Rückkehr, die nicht verbrauchten Prämien zurückzuerstatten. Kleingedrucktes lesen ist hier unser Rat. Beim ADAC waren die Modalitäten für die Rückerstattung bspw. derart, daß die Versicherung dadurch für uns ausschied.

Für Krad-Reisende, die die genaue Reisedauer kennen (was der Regelfall ist), ist dies ja ohnehin unproblematisch.

 

Wir haben uns letztendlich für folgende entschieden:

www.protrip.de (Dr. Walter)

 

Aus der Vielzahl der Anbieter möchte ich nur drei nennen, die für uns zwar nicht optimal waren, die aber für andere interessant sein könnten:

www.adac.de

http://www.hansemerkur.de

www.sta-travel.de

 

Es ist wichtig, sich bei der gesetzlichen Krankenkasse abzumelden. Mit dem Verweis auf die längerfristige Auslandsreise sollte dies kein Problem sein.

 

Wie kann man sich nach der Rückkehr wieder krankenversichern?

„Nach dem am 1. April 2007 in Kraft getretenen GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz besteht für Personen, die keinen anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall haben und die zuletzt gesetzlich krankenversichert waren, eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung...“

Auszug aus dem Informationsschreiben „Informationsschreiben "Anwartschaft", das man beim Bundesministerium für Gesundheit (info@bmg.bund.de) formlos anfordern kann.

 

Jeder muß das für seine spezielle Situation checken. Vereinfacht gesagt gilt jedoch: man kann sich nachher in jedem Fall wieder krankenversichern und i.d.R. ist auch keine Antwartschaft-Versicherung nötig.

Wie gesagt: jeder muß das für sich selber und seine spezielle Situation recherchieren.

Bei meiner Krankenversicherung, der AOK, konnte man mir hierzu übrigens sehr kompetent Auskunft geben. Fragt also einfach bei Eurer Krankenversicherung oder beim Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nach. Letztere haben extra ein Bürgertelefon für solche Themen.

 

Erfahrungsbericht Protrip / Dr. Walter

 

Im Laufe unserer Reise haben wir mehrer Schadensfälle bei unserer Ausland-Reise-Krankenversicherung (Protrip / Dr. Walter) eingereicht.

 

Das bei weitem wichtigste Kriterium für die Beurteilung ist: vollständige Erstattung aller Kosten.

Da bekommt Dr. Walter / Protrip die volle Punktzahl: wir haben zwei Krankenhaus-, eine Zahnarzt- und eine Medikamenten-Rechnung in vollem Umfang erstattet bekommen.

Dabei ging es um mehrere Tausend EUR.

 

In Sachen Kommunikation und ordnungsgemäße Prozesse schneiden sie allerdings deutlich schlechter ab: befriedigend bis ausreichend.

 

Alles in allem würde ich Protrip / Dr. Walter nach diesen Erfahrungen weiter empfehlen!

Wie gesagt: das Wichtigeste ist, daß sie alles zahlen und daß sie bei Schadensfällen nicht von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

 

Mein Tip: von allen Dokumenten, die übrigens immer zwingend im Original eingereicht werden müssen, eine (digitale) Kopie machen, damit man noch was „in Händen“ hat, falls die Original-Belege in den Tiefen eines Versicherungs-Makler-Büros oder sonst wo verloren gehen.

 

Erfahrungsbericht Med-Care International (Kooperationspartner Protrip / Dr. Walter)

 

In den USA und Mexiko arbeitet Protrip mit Med-Care zusammen.

Wenn es die Umstände zulassen, sollte man die unbedingt einschalten.

 

Vorteile Med-Care:

- Außer Beratung ist der Hauptnutzen, daß sie sich mit dem Krankenhaus etc. in Verbindung setzen und eine Kostenzusage erteilen. (Das ist ein großer Vorteil: bei uns waren für zwei Krankenhaus-Untersuchungen (nicht Behandlungen!) rund 7.500 USD fällig! Da versteht man, warum Auslands-Reise-Krankenversicherungen für Kanada und die USA so teuer sind.

- Wir hatten bei Med-Care, die ihren Sitz irgendwo an der Ostküste der USA haben, ausschließlich mit Deutsch-Muttersprachlern zu tun. Das war zwar nicht entscheidend, aber nett.

 

Nachteile Med-Care:

- Die Erreichbarkeit läßt stark zu wünsche übrig: normale Bürozeiten (Montag bis Freitag) gemäß Ortszeit Med-Care-Sitz. Da Med-Care an der Ost-Küste sitzt, kann der Zeitunterschied zum eigenen Aufenthaltsort in den USA oder Mexiko mehrer Stunden betragen.

Von einer Hotline für medizinische Notfälle erwarte ich andere Servicezeiten!

 

Update Vergleich Auslands-Krankenversicherungen

 

Anläßlich unserer nach zwei Reise-Jahren anstehenden „Verlängerung“ der Auslandsreisekrankenversicherung habe ich mir nochmal einen Überblick verschafft.

 

Aus der Vielzahl von Anbietern hier die meiner Meinung nach interessantesten:

www.protrip.de (Dr. Walter)

www.hansemerkur.de (wird auch von sta travel vertrieben)

www.adac.de

www.dkv.com

www.central.de

www.worldnomads.com

 

Das Grundsätzliche, das ich vor zwei Jahren zum Thema Auslands-Krankenversicherungen geschreiben habe, gilt nach wie vor.

 

Teilweise haben sich die Prämien erheblich gesteigert.

Nach wie vor fällt das Ergebnis sehr unterschiedlich aus, abhängig davon, für lange man reisen will, ob USA und CDN dazugehören, wie alt man ist, welches Geschlecht man hat und manches mehr.

 

Hanse Merkur scheint nach einem oberflächlichen Durchlesen noch immer das Manko zu haben, daß man für die gesammte Reise den USA/CDN-Tarif bezahlen muß, falls man (für einige weniger) Monate durch diese Länder will.

Zwei sequentielle Verträge (einen inklusive USA/CDN und einen exklusive) abzuschließen ist nicht zulässig (siehe unten „Anschlußvertrag“).

Manche Versicherungen berechnen da wesentlich kundenfreundlicher nur anteilig den viel höheren Tarif für Nordamerika oder unterscheiden gar nicht.

 

Die unschönen Einschränkungen bezüglich Prämien-Rückerstattungen konnte ich beim ADAC auf Anhieb nicht mehr entdecken. Da sollte man ggf. nochmal genau nachlesen, wenn man vor hat, dort abzuschließen. Vor zwei Jahren empfand ich diese Klausel nämlich als ein Knock-Out-Kriterium.

 

Immer mehr Versicherer scheinen einen Eigenanteile bei Schadensfällen zu verlangen: 25 bis 75 EUR.

Den müßte man für sich persönlich anhand der erwarteten Schadensfälle (vielleicht zwei pro Jahr?) (natürlich auf den Monat umgerechnet) zur Prämie addieren, um eine Vergleichbarkeit zu erhalten.

 

Tip: bei Versicherungen, die eine Verlängerung anbieten, wenn möglich lieber von Anfang an die maximale Versicherungsdauer wählen, auch wenn dies u.U. die Zahlung der Prämie für die ganze Laufzeit bedingt. Nicht verbrauchte Prämien bekommt man ja i.d.R. zurück.

Die Verlängerungen bedürfen nämlich zum Einen der Zustimmung des Versicherers (wenn man eine sehr schlimmen oder mehrere Schadensfälle hatte, könnte das ein Problem werden). Zum Anderen sind alle Erkrankungen der ersten Periode fortan ausgeschlossen und zudem gelten für die Verlängerung die dann gültigen Tarife. Die Steigerungen, die wir in den letzten zwei Jahren beobachten konnten, waren teilweise erheblich.

 

Spaß macht es natürlich nicht, aber ich empfehle, sich vor Abschluß der Versicherungen die Vertragsbedigungen einmal komplett durchzulesen. Manches hört sich im „Dickgedruckten“ nämlich anders an, als es sich dann im Kleingedruckten darstellt.

Besonders tückisch ist das, wenn es um Klauseln geht, die dem Versicherer ermöglichen, nicht zahlen zu müssen.

 

Anschluß-Vertrag

 

Die Formulierungen in den Versicherungsbedigungen variieren, aber letztendlich verlangen alle deutschen Anbieter, daß man die Versicherung ab dem ersten Reisetag (=erster Tag außerhalb Deutschlands) abschließt. Ergo ist es unmöglich, während der Reise bei ihnen einen Anschlußvertrag an die Erstversicherung durch einen anderen Anbieter zu bekommen.

 

U.U. kann man vielleicht dennoch (vordergründig) einen Vertrag abschließen, weil entsprechende Fragen dort nicht gestellt werden oder man sie „kreativ“ beantwortet (i.d.R. muß man den Reisebeginn eintragen, teilweise werden auch die Vorversicherer explizit abgefragt (inklusive gesetzlicher Krankenversicherung in Deutschland etc.))

Spätestens bei einem schwerwiegenden Schadensfall wird der Versicherer aber nach einer Möglichkeit Ausschau halten, sich von der Zahlungspflicht zu befreien und vom Versicherungsnehmer den Nachweis verlangen, daß er tatsächlich besagte Anforderung erfüllt hatte.

 

Es gibt nur eine deutsche Versicherungen, wo man grundsätzlich auch noch während der Reise rein kommen. Step In ist eine davon. Leider kann man hier nur dann eine Auslands-Krankenversicherungen abschließen, wenn man an einem ihrer Programme teilnimmt. Auch auf Anfrage war da nichts zu machen, obwohl es die Versicherungsbedigungen eigentlich zulassen würden.

 

Zwei ausländische Versicherungen bieten ebenfalls die Option, erst während der Reise den Vertrag abzuschließen.

 

Keine ist in Sachen Prämien etc. wirklich toll. Dennoch fällt die Wahl zwischen den beiden leicht:

Der englische bzw. dänische Anbieter Worldnomads ist aus meiner Sicht die beste Wahl, um legal eine Anschlußversicherung zu machen:

http://www.worldnomads.com/

Mal abgesehen von besagtem Vorteil (Abschluß während der Reise möglich) und einigen guten Erfahrungsberichten, die ich über sie gelesen habe, finde ich diese Versicherung allerdings ziemlich unattraktiv. Eine hohe Monatsprämie (in unserem Fall 75 EUR), die höchste Selbstbeteiligung von allen verglichenen Angeboten (75 EUR) und keine Rückerstattung bzw. Vertrags-Beendigung bei vorzeitiger Rückkehr sind die schwerwiegendsten Contra-Argumente.

 

Die Alternative wäre die luxemburger DKV Global (Tarif CoGenio), die über Dr. Walter vertrieben wird (Infos von Dr. Walter auf Anfrage). Die Prämien sind aber mit mehreren Hundert EUR pro Monat jenseits von Gut und Böse.

 

 

 

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Siehe: HELFT UNS

 

 

 

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