Neuseeland Teil 9 – Norden der Nordinsel

Mai 2012

Heute fängt unser drittes Jahr „on the road“ an! Zur Feier des Tage gönnen wir uns ein Festmal mit geräucherten Muscheln und Fisch und einigen Leckerchen mehr. Dazu gibt es unsere neuseeländische Lieblings-Weiswein-Sorte Pinot Gris und reichlich pseudo-deutsches Bier.

Wir schwelgen in Erinnerung und spielen gedanklich mit Routen-Optionen für die Zukunft.

Uns geht’s gut!

Seit Monaten stehe ich mit unserem Landsmann Peter in Kontakt.

Er lebt mit seiner thailändischen Frau Su in der Nähe von Whangarei.

Als wir ankommen, kommt es uns vor, als wären wir unbemerkt zurück in die südamerikanischen Anden gebeamt worden. Überall sehen wir Lamas grasen!

Dank Sus Koch- und Backkünsten nehmen wir täglich ein Kilo zu und gebannt lauschen wir Peters Orient-Motorrad-Reiseerfahrungen. Da wollen wir auch noch hin! Auch die von Su und Peter gemeinsam per Krad bereisten Länder in Südostasien liegen auf unserer zukünftigen Route und so saugen wir begierig all die erstklassigen Infos auf.

 

Neben Reifenwechsel und anderen kleinere Schraubereien bleibt auch noch Zeit für einen schönen Tagesausflug.

Auf Peters Rat hin steuern wir Bayleys Beach an. S35°57.075 E173°44.422

Hier kann man ähnlich wie an der berühmten 90 Mile Beach ewig weit legal auf dem Strand fahren.

Cool!

Eine Stipp-Visite an der legendären 90 Mile Beach müssen wir natürlich trotzdem machen.

Hier ist richtig viel Verkehr. Im Minutentakt biegen hier die Autos auf die für uns ungewöhnliche aber nichtsdestotrotz amtliche Sand-Straße ab.

Wir sind uns im Rückblick einig: das letzte Stück bis zum (beinahe) nördlichsten Punkt von Neuseeland hätten wir uns schenken können.

Cape Reigna ist zwar zweifelsohne ganz nett, aber das trifft auf so ziemlich jedes kleine Fleckchen von Neuseeland zu.

Und das Häkchen auf der Statistik-Liste ist auch nicht wirklich ein Anreiz.

Wie sagt man im Englischen so treffend: Been there, done that, tick it off.

S34°25.799 E172°40.928

Seit Wochen haben wir beide hartnäckig Rückschmerzen. Nach ner Weile wurde es ein bißchen besser, aber seit ein paar Tagen hat es sich bei mir nun wieder erheblich verschlechtert. Ich kann praktisch nicht mehr sitzen ohne Schmerzen. Frustrierend!

Wie beschließen, zu Peter und Su zurück zu fahren und dort ins Krankenhaus zu gehen.

Gut, daß wir bei den beiden unterkommen können!

 

Der Doc, den ich dank meiner neuen Auslands-Langzeit-Krankenversicherung praktisch aus eigener Tasche bezahlen muß, ist verschwendetes Geld. Dessen hastige und lieblose Untersuchung bringt mich null weiter.

Die Physiotherapeutin, die ich dann auch noch selbst bezahlen muß, weil sowas in unserer Versicherung ausgeschlossen ist, ist dafür hilfreich. Eine Wunderheilung kann sie allerdings auch nicht vollbringen. Sie legt uns nachdrücklich weitere Sitzungen ans Herz, was sich so gar nicht mit unserem Nomaden-Lebenstil und unserem Reisebudget verträgt.

Ich bin deprimiert. Neben der körperlichen Pein schlagen Sorgen auf´s Gemüt, wie das mit dem Rücken weitergehen soll und ob sich daraus ein fatales Problem für die Reise entwickeln könnte.

 

Schweren Herzens entschließen wir uns, alle weiteren Motorrad-Reisepläne für Neuseeländ zu streichen und uns somit eine Woche früher als geplant nach Auckland zu begeben und dort die Behandlung fortzusetzen.

Die Entscheidung tut weh, zumal wir fürs Wochenende noch auf eines der populärsten Motorrad-Treffen des Landes fahren und dort viele unserer neuseeländischen Freunde treffen wollten.

 

Einen kleine Umweg über Hamilton gönnen wir uns noch, um Peter (nicht der aus Whangarei) zu besuchen. Dieser Peter hatte uns vor einigen Wochen in den Catlins (Südinsel) auf einem Parkplatz angesprochen. Es stellte sich heraus, daß auch er Motorrad-Reise-Erfahrungen hat: er ist 89 mit einer Tenere von England über Afrika bis nach Afghanistan und zurück gefahren. Afghanistan – ein Land, das auch wir gerne bereisen würden, das aber wohl noch sehr lange ein no-go bleiben wird.



Frage für Neuseeland-Kenner: was ist an diesem Bild ungewöhnlich?

Nein, es ist nicht der Bagger. Schweres Baugerät besitzen nicht wenige Kiwis.

Das ungewöhnliche ist, daß diese Neuseeländer nicht barfuß sind, sondern sich fürs Erinnerungsfoto extra Flip-Flops angezogen haben:-)

Wer mal in diesem Land, war wird den Witz verstehen. Ich hab noch nie irgendwo so viele Menschen barfuß rumrennen sehen, wie hier!

 

Apropos „ungewöhnlich“. Das ist das Schöne an unserem Lebenstil: immer wieder lernen wir ungewöhnliche Menschen kennen. Jo und Peter sind nicht nur viel bereist und super nett, Peter baut auch noch hobbymäßig Hot Rods und Muscle Cars und war, wie er ganz nebenbei erwähnt, 1990 der nationale Cagefight -Champion. Bei dieser Kampfsport-Art geht’s richtig zur Sache!

Mit dem Mann wollen wir keine Ärger – sicherheitshalber trinken wir höflich alle Bierflaschen aus, die er uns unermütlich „aufdrängt“:-) Es sind nicht wenige!

 

hier geht unsere Geschichte weiter: Neuseeland Teil 10 - Auckland