Länder-Infos Russland

 

Einreise

 

Man muss vorab ein Visum beantragen (Touristenvisum: ein- oder zweimalige Einreise, feste Daten für Ein und Ausreise, Aufenthaltsdauer: 30 Tage)

Üblicherweise erfolgt dies über einen Visaagenten (darauf spezialisiertes Reisebüro). Theoretisch kann man es auch selber machen.

Man benötigt u.a. eine offizielle Einladung (die z.B. der Visaagent liefert) und eine in Russland gültige Auslandskrankenzusatzversicherung.

Für weitere Infos zum Verfahren und zu weiteren u.U. nötigen Dokumenten siehe:

https://russische-botschaft.ru/de/consulate/visafragen/

 

Bei der Einreise bekommt man zudem eine Registrationcard, die man bei der Ausreise wieder abgeben muss.

Hotels etc. müssen ihre Gäste (online) bei staatlicher Stelle registrieren, wovon der Gast in der Regel nichts mitbekommt.

Falls man ausschließlich privat zu Gast ist, muss man das ggf. selber beim Postamt oder der dafür zuständigen offiziellen Stelle machen.

 

Bei der Einreise bekommt man einen Stempel in den Reisepass.

 

Ausreise

 

Bei der Ausreise gibt man die Migrationcard ab und bekommt einen Ausreisestempel in den Reisepass.

 

 

 

 

Kfz-Einfuhr

 

Der deutsche Kfz-Schein genügt.

Wichtig: das Motorrad muss auf den Fahrer zugelassen sein oder aber der Fahrer muss eine notariell beglaubigte Vollmacht vom Besitzer (in Kyrillisch) vorlegen können.

Wir sind 2009 gescheitert, weil die notarielle Beglaubigung fehlte.

 

 

 

 

Kfz-Versicherung

 

Die grüne Versicherungskarte darf das Kästchen für Russland nicht durchgestrichen haben.

 

ZITAT Auswärtiges Amt:

Bei einem Unfall können zudem hohe Kosten für den Rücktransport des Fahrzeuges nach Deutschland bzw. sehr hohe Gebühren für den Fall der Entsorgung in der Russischen Föderation entstehen. Auch werden bei Diebstahl eines vorübergehend eingeführten Fahrzeugs mit ausländischer Zulassung Einfuhrabgaben vom russischen Zoll erhoben. Der Abschluss eines Auslandsschutzbriefes für Kraftfahrzeuge, der die Übernahme der Zollgebühren eines im Ausland gestohlenen oder totalbeschädigten Fahrzeugs beinhaltet, wird daher ebenfalls empfohlen.

ZITAT ENDE

 

 

Anreise per Schiff:

Wer keine Lust oder Zeit für die Landanreise über Polen und die baltischen Staaten hat, kann auch eine Fähre von Kiel, Lübeck-Travemünde oder Rostock nehmen. In 26 bis 30 Stunden ist man in Helsinki (FIN), von wo es nur noch knapp 400 km bis St. Petersburg sind.

 

http://www.ferrylines.com/de/faehren/ostsee/

 

 

 

 

Verkehr/Straßen/Polizei

 

In Sankt Petersburg (einer 6-Millionen-Einwohner-Stadt) waren wir von der passiven und rücksichtsvollen Fahrweise der meisten Verkehrsteilnehmer überrascht.

Auf Landstraßen muss man allerdings mit häufigen riskanten Überholmanövern, Überholen ohne ausreichenden Seitenabstand und Schneiden beim Wiedereinscheren rechnen.

 

Der Straßenzustand auf der „Kola“ war top, ansonsten ist auf Asphaltstraßen mit fehlendem Belag und Spurrillen zu rechnen. Mittlere und kleinere Straßen sind in der Regel Schotter- oder Erdpisten, deren Zustand von „okay“ bis katastrophal reicht.

 

Wir wurden kein einziges mal von der Polizei behelligt.

Auch die Ein- und Ausreise lief korruptionsfrei ab.

 

 

 

 

Landkarten

 

Wir waren mit der Reise Know-How Landkarte Russland West (1:2.000.000) unterwegs.

ISBN: 978-3831773442

9,95 EUR

Der Detailierungsgrad war vollkommen ausreichen. Da ist jede Teerstraße und so manche Piste drauf trotz des großen Maßstabes. Für das der Karte zugrundeliegende World Mapping Project ungewöhnlich: so manche Teerstraße war reinste Phantasie. Es empfiehlt sich bei Routen, die Straßen dritter und niederer Kategorie miteinbeziehen, die Straßen über Google-Maps/-Earth und OSM gegen zu checken.

 

 

 

 

Reiseführer

 

Gleichermaßen unterhaltsam wie nützlich: Fettnäpfchenführer Russland

ISBN: 978-3934918481

11,95 EUR

 

 

 

 

GPS

 

Garmin bietet keine Karte für Russland an.

Die kostenlose OSM ist also mal wieder erste Wahl. Allerdings ist das Routing des Garmin-Navis damit teilweise haarsträubend.

 

http://garmin.openstreetmap.nl/

 

 

 

 

(Wild) Campen

 

Wir sind vorwiegend durch die Provinzen Karelien und Murmansk gefahren. Da war wild Zelten überhaupt kein Problem vom Grundsatz.

Mücken, Bremsen und Heerscharen von Minifliegen machen aus dem wild Campen aber oft ein Hardcoreabenteuer.

Die Mückenplage ist nicht überall gleich intensiv.

 

 

 

 

Sicherheit:

 

Wir haben Russland nicht als bedrohlich empfunden. Allerdings fiel uns auf, dass Hostels, Hotels und dergleichen oft massive Stahltüren und Videoüberwachung für den Außenbereich hatten. Auf einer allgemein zugänglichen Straße hätten wir unsere Motorräder nicht über Nacht geparkt.

 

 

 

 

WIFI

 

In Sankt Petersburg und anderen größeren Städten gibt es in Cafés etc. oft WIFI – teilweise sogar offene öffentliche Netze.

Die Leistungsfähigkeit des WIFI war stets gut.

 

 

 

 

Ersatzteile/Motorrad-Werkstätten

 

Markenvertretungen finden sich nur in den ganz großen Städten – für Triumph beispielsweise nur in Sankt Petersburg und Moskau.

Wir hatten ein Problem mit einer rundgedrehten Bremsbelags-Fixierungs-Schraube an der Triumph. In SPB hat man uns samstags morgens kostenlos und mit Prio 1 beholfen. Top!

 

 

 

 

Tanken/Benzin

 

Das Tankstellennetz ist auf den Hauptstrecken und in Städten gut.

Auf der „Kola“ (von Sankt Petersburg über Murmansk bis Norwegen) lagen oft 80 bis 100 km zwischen zwei Tankstellen. Zudem hatten wir eine, die wegen Renovierung geschlossen war und eine der das Benzin vorübergehend ausgegangen war. Genügend Puffer lassen, ist also angesagt.

 

 

 

 

Kosten/Einkaufen

 

Wir haben unser Zimmer in SPB über booking.com gebucht: 17 EUR pro Nacht fürs Zimmer – inklusive Parking + WIFI.

Vor Ort war die Buchung allerdings unbekannt und man wollte uns ein schlechteres Zimmer zu einem deutlich höheren Preis verkaufen. Es dauerte eine volle Stunde und bedurfte der Herbeirufung eines Dolmetschers, bis der Hotelier endlich die Verbindlichkeit der booking.com Reservierung einsah.

 

Auch in Karelien und Murmansk gab es viele preiswerte DZ für rund 20 EUR mit WIFI. Oft sind das aber nur „Minihotels“ in Plattenbauten. Die Zimmer sind okay, aber Parken muss man vor der Tür, was stets sehr unsicher aussah.

 

Lebensmittel kosten vereinfacht gesagt ca. die Hälfte von deutschen Preisen.

Benzin (95 Oktan) ca. 0,54 EUR.

Zigaretten: 1,10 EUR

Restaurantpreise: deutlich unter den deutschen (ca. 50%)

 

Datum auf Lebensmitteln = Produktionsdatum / nicht MHD.

Zu Sowjetzeiten spielte das Daum auf Waren noch eine andere Rolle: War es in den letzten Tagen vor Monatsende produziert worden, galt die Qualität meist als minderwertig – denn der Sollplan war für den laufenden Monat schon erfüllt worden – und nun kam es nicht mehr drauf an.

 

 

 

 

Keine Angst vorm Kyrillischen Alphabet.

 

Vereinfacht gesagt: man kann die kyrillischen Buchstaben – mehr oder weniger – 1:1 ins lateinische Alphabet übertragen.

Beispiel:

Ресторан = Restaurant

Verwirrend: manche Buchstaben aus dem Lateinischen (z.B. P) gibt es auch im Kyrillischen, wo sie aber eine andere Bedeutung haben (z.B. P = R)

Nichtsdestotrotz: mit ein wenig Übung bekommt man das locker hin.

 

 

 

 

Reisezeit

 

In Karelien ist es frischer als bei uns und in der nördlich davon gelegenen Provinz Murmansk ist der Sommer noch kürzer.

Angenehme Temperaturen für Motorradreisende sind von Juni bis August.

Wer die weißen Nächte erleben möchte, fährt um die Mittsommernacht herum (21.06.). Alternativ bietet sich die zweite Augusthälfte an. Dann wird es nachts schon wieder dämmrig bis dunkel (je nach Lage), die Mückenplage ist vorüber und das Laub verfärbt sich im Norden schon herbstlich.

 

 

 

 

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Siehe: HELFT UNS

 

 

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